Geschichte der Städtepartnerschaft zwischen Beuel und Mirecourt

Auf einer Rheinreise im Jahre 1957 besuchte der damalige Pfarrer von Mirecourt, Jean Noel, unter anderem Schwarzrheindorf, da er in Erinnerung hatte, auf einer Glocke im Turm seiner Kirche das Wort „Schwarzenrheindorf“ gelesen zu haben. Weil sein Schwarzrheindorfer Amtsbruder Karl Müller damals sehr mit dem Bau des Hauses St. Michael beschäftigt war, konnte erst Anfang der Sechziger Jahre dieses Thema wieder aufgegriffen werden. Man vereinbarte, die zu Beginn des 19. Jahrhunderts unter Napoleon nach Mirecourt gelangte Glocke „Michael und Magdalena“ wieder nach Schwarzheindorf zu holen. Auf Kosten des Landes Nordrhein-Westfalen wurde für Mirecourt eine neue Glocke gegossen. Sie wurde im Oktober 1964 in Mirecourt geweiht und trägt folgende Inschrift:
„Ich heiße Johanna. Ich ersetze meine ältere Schwester, die nach 170-jähriger Abwesenheit in den Glockenturm von Schwarzrheindorf zurückgekehrt ist. Im Jahre 1964 wurde ich gegossen auf die Initiative von Herrn Pfarrer Karl Müller in Schwarzrheindorf, Herrn Senator Henri Parisot, Bürgermeister in Mirecourt, Herrn Kanonikus Jean Noel, Erzpriester in Mirecourt. Ich habe als Patin Ihre Exzellenz Frau Roland de Margerie, Gattin seiner Exzellenz des Botschafters von Frankreich, als Paten Herrn Dr. Franz Meiers, Ministerpräsident des Landes Nordrhein-Westfalen. Wir beide singen zur Ehre Gottes und als Unterpfand von Frieden und Eintracht auf der einen und der anderen Seite des Rheines.“

Ende März 1965 war es dann auch in Beuel so weit: Die alte Glocke „Michael und Magdalena“ kam zusammen mit sechs weiteren, neuen Bronzeglocken festlich geschmückt am 27. März in Beuel an. An den Feierlichkeiten nahmen auch Alt-Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer und der Bürgermeister der Stadt Mirecourt, Henri Parisot, teil.