Weiberfastnacht mit unseren französischen Freunden aus Mirecourt
Ein Höhepunkt jagt den anderen und der Wettergott zeigt sich gnädiger als im letzten Jahr
Die Stimmung war grandios, als im wunderschön geschmückten Saal des Hotels zur Post die deutsch- französischen Freunde am Vorabend von Weiberfastnacht zusammentrafen. Hundertzehn gut gelaunte Gäste, allein 45 davon aus Mirecourt, empfingen mit großem Jubel die Wäscherprinzessin Lea I. und die LiKüRa Ann-Celine I. Vorab begrüßten die Vorsitzende des Partnerschaftskomitees Beuel-Mirecourt, Regina Haunhorst und der Bezirksbürgermeister, Guido Pfeiffer, die Gäste aus Mirecourt und Beuel. Angeführt durch die Präsidentin des Mirecourter Komitees, Silvia Ropa und dem Bürgermeister aus Mirecourt, Yves Séjourné, war eine bunte Mischung aus unserer Partnerstadt erschienen (Mandatsträger, die Blaskapelle Harmonie und die „Alten Herren“ vom Fußball), um mit den Beuelern die schöne Tradition der Weiberfastnacht zu feiern.
Silvia Ropa und die stellvertretende Bürgermeisterin aus Mirecourt, Nathalie Babouhot, bekamen von Guido Pfeiffer ein Beueler Damenschiffen geschenkt, was mit Hilfe von Mareike Piontek (LiKüRa-Prinzessin 2018) sicher auf dem Kopf befestigt wurde und somit hatten die Beiden passend für Karneval die richtige Kopfbedeckung.
Nachdem die deutsch-französische Gruppe letztes Jahr im strömenden Regen selbst mit dem Weiberzug gegangen war, durften sich dieses Mal alle am Wegesrand über die Sonne freuen und laut Kamelle rufen. Der Mirecourter Bürgermeister und Silvia Ropa hatten die Ehre auf dem Wagen der Bezirksvertretung mitfahren zu dürfen, was Ropa, die zum ersten Mal Karneval feierte, einen riesigen Spaß gemacht hat.
Nach der Rathauserstürmung und der Party im Rathaus gab es für einige etwas Zeit, durchzuatmen und andere, wie die Blaskappelle der Harmonie, bezauberten Bewohner und Bewohnerinnen des Therapiezentrums in Pützchen mit einem kleinen Konzert. Die beiden Präsidentinnen und Nathalie Babouhot nahmen an der Sitzung der Fidelen Reisetanten teil, von der alle hellauf begeistert waren. Nach dem Abendessen erfreute die Harmonie die deutsch-französische Gruppe mit einem Konzert, wo zum Abschluss „unsere Hymne“: Unsere Stammbaum von den Bläck Föös erklang und von allen mit Inbrunst gesungen wurde.
Der Freitagmorgen beinhaltete verschiedene Programmpunkte: Die Harmonie gab ein Konzert im Seniorenzentrum Adelheidisstift, die Begleitungen der Mandatsträger und die Fußballer nahmen an einer Führung in der Burg Lede teil und die Mandatsträger fanden sich in der Scheune des Heimatmuseums ein, wo es einen lebhaften Austausch zu verschiedenen Themenkomplexen gab. Die Herausforderungen für der Kommunen sind in vielen Bereichen identisch, aber, was zum Beispiel die Verkehrsanbindung betrifft, leidet Mirecourt schon lange daran, dass vor vielen Jahren die Bahnstrecke Richtung Nancy geschlossen wurde. Insofern freuen sich die Mirecourter sehr, dass inzwischen beschlossen wurde, die Strecke zu reaktivieren und bis Ende 2027 fertigzustellen. Bei dem Thema „Frauen in der Politik“ scheint Frankreich die Nase vorne zu haben, da es ein Paritätsgebot gibt, so dass politische Mandate paritätisch mit Frauen und Männer besetzt werden müssen. Das ist in der Realität oft schwieriger, als man denkt, insbesondere, wenn man gerne jüngere Frauen gewinnen möchte. „In Frankreich sind die meisten Frauen berufstätig und oft bleibt die Arbeit mit Haushalt und Kindern doch noch an ihnen vollständig hängen. Dann wird es schwierig, sich zusätzlich zu engagieren,“ erläuterte Silvia Ropa.
Dar dritte Themenbereich betraf die Zukunft der Städtepartnerschaft und die Frage, wie man die Vernetzung und den Austausch intensivieren kann. „Beuel und Mirecourt haben ein Jahr lang ein Coaching- Programm durch den deutsch-französischen Bürgerfonds mitgemacht,“ erzählte Regina Haunhorst. „Dabei wurde immer wieder aufgezeigt, wie wichtig es ist, auf verschiedenen Ebenen – Rathaus, Komitees, Sport, Kultur etc – Verbindungen zu schaffen, einen regelmäßigen Meinungsaustausch und Treffen zu organisieren. Vor allem in diesen schwierigen Zeiten, sind diese Mosaiksteine im Friedensgebilde Europa besonders wichtig!“
Zum Abschied im Heimatmuseum gab es drei süße Überraschungen von unserem Komiteemitglied Rainer Burgunder: Ein Beueler Wappen aus Marzipan mit einem 14. Stern in Frankreichfarben für Yves Séjourné, ein Bröckeweibchen für Silvia Ropa und eine Igelfamilie an Regina Haunhorst, die in einem anderen Ehrenamt eine Igelhilfe führt.
Auch, wenn die Kommunen unterschiedlich groß sind, so ist wie mit kleinen und großen Geschwistern: Man hält zusammen und bereichert sich gegenseitig. Einig waren sich alle: Unsere Städtepartnerschaft ist seit 56 Jahren sehr lebendig und sie ist nicht mit Geld aufzuwiegen!
Ein großer Dank gilt allen, die dazu beigetragen haben, dass dieses tollen Tage organisert werden konnten!