Wiedersehen mit Mirecourt

Die Bezirksbürgermeisterin von Beuel, Lara Mohn und der Bürgermeister von Mirecourt, Yves Séjourné, treffen sich auf Einladung des Beueler Komitees auf virtueller Ebene.

Sich begrüßen und anlächeln via Bildschirm statt Umarmungen und Bützchen ist eine Premiere in der Städtepartnerschaft zwischen Beuel und Mirecourt und sicherlich kein vollwertiger Ersatz. „Die Teilnehmer*innen waren sich aber alle einig, dass es eine schöne Möglichkeit ist, sich etwas näher zu fühlen und einige Themen anzusprechen;“ erzählte die Vorsitzende des Beueler Komitees, Regina Haunhorst, die dieses virtuelle Treffen organisiert hatte. „So konnten wir unsere Kollegen vom Komitee in Mirecourt sprechen, allen voran Bernard Schmitt und insbesondere die beiden Bürgermeister*innen hatten die Gelegenheit, sich persönlich zu begrüßen“.

Als besondere Geste sprach Lara Mohn ihren Amtskollegen zur Begrüßung sogar auf Französisch an, worüber man sich auf Mirecourter Seite sehr freute. Beide erzählten von ihren Erfahrungen mit der Städtepartnerschaft und besonderen Erlebnissen. Séjourné, seit 2014 im Amt, konnte hierbei von vielen offiziellen Programmen und Festakten berichten, die ihn mit ihrer Herzlichkeit und Gestaltung immer wieder sehr beeindruckt und bewegt haben. Lara Mohn hat schon als Jugendliche mit den Pfadfindern Mirecourt besucht und als Wäscherprinzessin Lara I. 2010 den deutsch-französischen Freunden am Vorabend von Weiberfastnacht mit ihrem Gefolge ihre Aufwartung gemacht.

Im Festjahr 2019 feierten beide Bürgermeister*innen gemeinsam den 50.Geburtstag der Städtepartnerschaft, wobei Lara bei den Feierlichkeiten in Mirecourt zusammen mit dem Damenkomitee von St.Josef die Bühne erklommen hat, um dort einen wunderbaren deutsch-französischen Sketch aufzuführen, bei dem auch „unsere Prinzessin Lucie“ mitgewirkt hat.

Ideen für Projekte zwischen den beiden Städten, zum Beispiel gemeinsame Umweltprojekte, waren zwar noch nicht konkret vorhanden, aber erste Schritte sollen vermutlich durch Jugendliche und junge Erwachsene überlegt werden. In Mirecourt wird im September ein Jugendparlament gebildet, deren Mitglieder, so Lara Mohns Vorschlag, eventuell mit den Pfadfindern in Beuel gemeinsame Pläne entwickeln und durchführen könnten.

Gemeinsame Veranstaltungen in diesem Jahr, auch im kleinen Rahmen, werden von der Situation der Pandemie abhängen. In Mirecourt plant man zurzeit die „Fête de la musique“ am 19. Juni 2021 durchzuführen und würde sich freuen, Beueler Gäste dazu begrüßen zu können. „So wie üblich wird es dieses Jahr nicht durchzuführen sein,“ erklärte Elke Kiesel von der Bezirksverwaltungsstelle Beuel. „Nach jetzigem Stand wird die Bürgerfahrt nicht stattfinden und auch Dienstreisen sind nicht gestattet.“ Von der Seite des Komitees wird geplant, mit einer kleinen Delegation nach Mirecourt zu reisen, ebenso wie Thomas Fricke, 1. Stellvertretender Vorsitzende des Komitees Beuel, schon die ersten Überlegungen zu einer Fahrradtour mit wenigen Begleitern begonnen hat. Die Präsidentin des Wandervereins l’Astragale von Mirecourt, Dominique Sartori, berichtete, dass die Wanderungen vor Ort in Kleingruppen wieder durchgeführt werden, wobei sehr auf das Abstandsgebot und Mund-Nasen-Schutz geachtet wird. Helmut Dierks, der Wanderbeauftragte von Beuel, wird seine Planungen für ein gemeinsames Wanderwochenende Ende August auf jeden Fall weiter vervollständigen, so dass die Hoffnung besteht, diese schöne Begegnung dieses Jahr durchgeführt werden kann.  

Bürgermeister Yves Séjourné schlug vor, dass eine kleine Delegation Mitte September nach Beuel kommt, gerne zum Jahrmarkt von Pützchens Markt, aber ansonsten auch so, um diesen traditionsreichen Termin im September mit Leben zu füllen.

Zurzeit nehmen Mirecourt und Beuel, sowohl die Stadt als auch beide Komitees, an einem virtuellen Projekt durch das Institut français teil, welches dazu verschiedene Partnerschaftskomitees und Kommunen eingeladen hat. Es geht hier um eine Bestandsaufnahme durch verschiedene Altersgruppen, per Video oder Fotos, bezogen auf Lebensqualität, Wohnsituation, Mobilität und Infrastruktur. Eingebunden ist das Projekt in die Europawoche Anfang Mai, wo es dann in dem offiziellen Programm des Institut français vorgestellt werden soll. Man darf auf das Ergebnis gespannt sein und schön, dass es einen regen Austausch von Ideen zwischen Beuel und Mirecourt auch in Pandemiezeiten gibt!